O-Töne TOA

Aussagen von Geschädigten und Beschuldigten

»Vor Gericht wäre wahrscheinlich nie rausgekommen, warum er das jetzt gemacht hat. Da wäre festgestellt worden, dass er das gemacht hat, dass er mir die Nase gebrochen hat. Ob das nun vorsätzlich, fahrlässig oder in Notwehr war, das hätte sich vielleicht noch vor Gericht klären lassen. Und danach wäre auch die Strafe ausgefallen. Da hätte ich nie gewusst, warum er das getan hat! Bei dem Gespräch, als wir beide da waren, hat es sich ein bisschen abgezeichnet, warum. (…) Jedenfalls kenne ich jetzt ein paar Gründe, warum das so gekommen ist.« (Geschädigte)

»Vor Gericht muss ich jedes Wort auf die Goldwaage legen, mir jedes Wort überlegen, bevor ich es ausspreche. Weil ja alles gegen mich verwendet werden kann. Beim Vermittlungsgespräch konnte ich wirklich das sagen, was ich denke. Auch wenn ich mal was falsch ausgedrückt habe. Da wurde einem dann auch nicht das Wort im Munde rumgedreht und man hat nicht mit dem Rücken an der Wand gestanden. Man hat wirklich das sagen können, was man denkt.« (Beschuldigter)

»Wenn andere Leute jetzt Mist bauen, ob ich denen einen TOA empfehlen würde? Auf jeden Fall! (…) Also ich würde sagen, dieses Gespräch hat mir ja auch persönlich geholfen. Und ich habe daraus ja auch gelernt.« (Beschuldigter)

»Ich fand das schon ganz gut, weil, man kann darüber reden. Denn, wenn man sich mal begegnet, dass dann nicht wieder Unklarheiten aufkommen oder so. (…) Vor allem, dass dann nicht so was wie Angst und Wut noch dazwischen ist, dass man sich gar nicht mehr in die Augen gucken kann.« (Geschädigte)

»Wir wollten das auch gern zum Abschluss bringen. Also, ich wollte nicht, dass ich vielleicht ein halbes, dreiviertel Jahr und so damit zubringen muss.« (Geschädigter)

»Vorher habe ich gedacht, ich will damit nichts mehr zu tun haben. Danach dachte ich doch, das ist eine ganz gute Sache und es geht viel schneller. Ich konnte dann demjenigen auch meine Meinung sagen und ich fühlte mich da gut aufgehoben. (…) Und ich fühlte mich da wohler als so umringt von der Öffentlichkeit quasi. Im Gericht ist das dann ja so ein Öffentlichkeitsfaktor! (…) Das waren so die Beweggründe: dass ich mich da eigentlich aufgehobener gefühlt habe als im Gericht, persönlicher. Und das lag wirklich ganz an der Person des Vermittlers.« (Geschädigte)

»Für mich war danach dieser Mann sozusagen die Inkarnation der Unsicherheit, der Bedrohung. (…) Ich habe als Ergebnis des TOA, dass ich froh bin, dass ich den Täter kennen gelernt habe. (…) Dass ich so ein bisschen weiß, was es für ein Mensch ist, wie er lebt, und dass es eigentlich eben kein Gewalttäter ist. Da bin ich schon froh drüber. (…) Damit dieser Phantom-Charakter verloren geht! Dass es für das Opfer die Möglichkeit gibt, sich den Täter genau anzugucken. Einfach, um festzustellen: Das ist auch nur ein Mensch und nicht irgendein Monster! Aber auch ein Schonraum, dem Beschuldigten auch mal ordentlich die Meinung zu sagen.« (Geschädigte)

»Es ging also nicht ohne irgendwas ab. Und ich habe zu mir gesagt, also ich habe Mut, das war wirklich nicht in Ordnung. (…) Weil, ich bin ein fairer Mann normalerweise. (…) Ich bin Sportsmann. Ich bin ein fairer Mann. Und sage, wenn ich Unrecht habe.« (Beschuldigter)

»Es war dann die Körperverletzung passiert. (…) Nachdem ich dann auch von der Polizei vorgeladen worden bin, dachte ich mir, irgendwas muss du da machen, weil du wolltest das [die Verletzung] ja gar nicht! (…) Da war ein Angebot vom Vermittler, dass der gesagt hat, wir setzen uns da alle zusammen, du kannst da reden. Und erst mal habe ich total Angst gehabt davor. Naja, ich bin ja nun mal der Schuldige, ich sitze da ja auf dem heißen Stuhl irgendwie. Aber es war alles total freiwillig und ich fand, das kann mir nur helfen. Ich bin ja echt nicht so’n Schlägertyp. (…) Ich wollte mich halt auch entschuldigen für die Sache.« (Beschuldigter)