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Hausliche Gewalt – Immer noch ein Tabuthema?

Häusliche Gewalt und sexueller Missbrauch sind in Deutschland immer noch Tabuthemen. Dabei findet beides längst nicht nur am Rand der Gesellschaft statt. Jede vierte Frau erlebt in ihrem Leben mindestens einmal Gewalt durch einen Lebenspartner, gelegentlich sind auch Männer Opfer von häuslicher Gewalt. Im Jahr 2015 wurden über 104.000 Frauen durch ihren aktuellen oder ehemaligen Partner misshandelt. Gelegentlich sind auch Männer Opfer von häuslicher Gewalt. Gerade in Trennungsituationen eskaliert die Gewalt. Nach Angaben des Amtsgerichts Hannover geht es im Jahr in etwa 200 Fällen um eine Trennungs- oder Scheidungssituation der Eltern mit Gewalthintergrund. In rund 100 dieser Verfahren sind Kinder die Leittragenden der Gewalt ihrer Sorgeberechtigten und damit direkt von Gewaltphänomenen in der kritischen Trennungssituation betroffen. Die Probleme sind bekannt, trotzdem bessert sich wenig. Mehr Aufmerksamkeit könnte jedoch helfen.

Die Tagesschau vom 8.03.2017 berichtet über das aktuelle Thema: Gewalt gegen Frauen – Die Scham und das Schweigen 

Die Waage Hannover hilft bei häuslicher Gewalt. In zwei Projekten bieten erfahrene Mitarbeiter*innen Beratung und Vermittlung an, zu einen im Zusammenhang mit einem strafrechtlichen Ermittlungsverfahen in Fällen von → Gewalt in Beziehungen, zum anderen im Bereich → eskalierter Elternkonflikte.

Aber auch wenn es nicht bereits zu einer polizeilichen Meldung, einem strafrechtlichen Ermittlungs- oder einem familiengerichtlichen Gerichtsverfahren gekommen ist, bieten wir unsere Vermittlung an – damit die Konflikte nicht eskalieren. Jede/r Bürger*in kann sich direkt an die Waage wenden. Rufen Sie uns an: 0511 / 700 521 40.

Hemmung von Verjährungsfristen durch Schlichtung und Mediation

Nicht jeder Streit muss aber vor Gerichten ausgetragen werden. Im Bereich des allgemeinen Zivilrechts stehen den Parteien zB bei Leistungsstörungen zunächst zahlreiche Gestaltungsrechte wie Kündigung, Rücktritt oder die Minderung zur Verfügung. Es kann zudem auch hilfreich sein, Dritte einzuschalten, die das Gespräch unparteiisch wieder in Gang bringen, um Sichtweisen und Interessen zu klären, ohne den Streit vor ein Gericht zu bringen. Jederzeit möglich ist ein sog. freiwilliges Güteverfahren vor einer staatlich anerkannten Gütestelle, durch das die Verjährung von Ansprüchen gehemmt wird (§ 204 Abs. 1 Nr. 4 BGB) und den Parteien die Möglichkeit verschafft, eine außergerichtliche Einigung mit dem Anspruchsgegner zu erarbeiten. In Hannover ist z.B. die gemeinnützige Mediationsstelle Waage Hannover als Güte- und Schlichtungsstelle anerkannt.

In einer aktuellen Entscheidung hat der BGH (17.01.2017 – VI ZR 239/15) ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es für den Eintritt der Verjährungshemmung nicht notwendig ist, dass der Antragsgegner oder seine Haftpflichtversicherung dem Schlichtungsverfahren zustimmt:

Macht ein Patient gegen den ihn behandelnden Arzt Schadensersatzansprüche bei einer von den Ärztekammern eingerichteten Schlichtungsstelle geltend, so setzt der Eintritt der Verjährungshemmung nach § 204 Abs. 1 Nr. 4 BGB aF nicht voraus, dass sich der Arzt oder der hinter diesem stehende Haftpflichtversicherer auf das Schlichtungsverfahren einlässt. Dies gilt auch dann, wenn ein Schlichtungsverfahren nach der Verfahrensordnung der jeweiligen Schlichtungsstelle nur dann durchgeführt wird, wenn Arzt und Haftpflichtversicherer der Durchführung des Verfahrens zustimmen.

Das ausführliche Urteil finden Sie hier → BGH 17.01.2017 – VI ZR 239/15.

Im Hinblick auf ein (außergerichtliches) Mediationsverfahren richtet sich die Hemmung der Verjährung nach § 203 BGB: Schweben zwischen dem Schuldner und dem Gläubiger Verhandlungen über den Anspruch oder die den Anspruch begründenden Umstände, so ist die Verjährung gehemmt, bis der eine oder der andere Teil die Fortsetzung der Verhandlungen verweigert. Die Verjährung tritt frühestens drei Monate nach dem Ende der Hemmung ein. Damit die Hemmung aufgrund eines Mediationsverfahren eintreten kann, ist der Beginn der Verhandlungen sorgfältig zu dokumentieren und die entsprechende Streitsache dabei genau zu bezeichnen.

Quelle: SIMK Hannover

Mitgliederversammlung am 28.02.2017 – Wahl des neuen Vorstands

Neuer Vorstand der Waage Hannover e.V.

Auf der Mitgliederversammlung am 28.02.2017 wurden u.a. die Satzung der Waage geändert (Einführung eines Mitgliedsbeitrags i.H.v. 50€) sowie Erweiterung des Vorstands auf 7 Personen wurde auch der Vorstand der Waage neu gewählt.

Waage Hannover e.V. – Vorstand 2017 (v.li.n.re.: Fuchs, Stüven, Rosenbusch, Gencay, Stenschke, Trenczek; auf dem Foto fehlt Hartmut Pfeiffer)

Neben dem durch die Mitglieder bestätigten

  • 1. Vorsitzenden, Prof. Dr. Thomas Trenczek, und den Vorstandsmitgliedern
  • VorsRiLG Wolfgang Rosenbusch (stv. Vorsitzender)
  • Hartmut Pfeiffer, Ass. iur., LKA Niedersachsen (stv. Vorsitzender)
  • OStA Christin Stüven
  • RAin Elif Gencay

wurden auch

  • Frau Sabine Stenschke sowie
  • Herr Gisbert Fuchs

neu in den Vorstand gewählt. Zur Vorstellung der einzelnen Personen siehe → hier

 

Neue Ausbildungskurse 2017/18 (Grund- und Aufbaukurs Mediation)

Der Grundkurs Mediation und Konfliktschlichtung XI/2017-18 beginnt am 11./12.8 2017 (Frübucherrabatt bis 29.02.2017) und umfasst 8 Seminarblöcke sowie Hospitationen, Supervisionen (20 Std.) und Intervisionen (15 Std.) mit einem Gesamtumfang von insg. 130 Std. (Zeitstunden). Die Seminare finden jeweils freitags 16-20.30 Uhr und samstags 10-17.30 Uhr in den Räumen der Waage statt. Die Gruppengröße ist auf (max.) 16 Personen begrenzt. Die Seminare werden i.d.R. von 2 Trainern geleitet. → ausführliche Ausschreibung

Ausgebucht – Sichern Sie sich einen Platz auf der Warteliste oder für den Ausbildungsgang 2017/18!

Der Aufbaukurs Mediation X/2017-2018 beginnt am 25./26.08.2017 (Frühbucherrabatt bis 29.02.2017!) und umfasst 6 Seminarblöcke sowie Hospitationen (3 Std.), Supervisionen (10 Std.) und Intervisionen (mind. 20 Std.) sowie ggf. die Betreuung der Abschlussarbeit mit einem Gesamtumfang von insg. 95 Std. (Zeitstunden).
Themenschwerpunkte: Mediation in Unternehmen und Organisationen, Mediation in Gruppen und Teams, Mediation in Familiensystemen. Die Seminare finden jeweils freitags 16-20.30 Uhr und samstags 10-17.30 Uhr in den Räumen der Waage statt. Die Gruppengröße ist auf (max.) 16 Personen begrenzt. → ausführliche Ausschreibung

Nur noch zwei freie Plätze (Stand 30.06.2017) !! Jetzt noch schnell anmelden!

Informationen über die Konzeption der Ausbildung und die detaillierten Ausschreibungen mit Terminen und Curriculum etc. finden Sie auch hier –> Ausbildungskurse

 

Mediationsausbildung erfolgreich mit Hochschulzertifikat beendet

Mediationsausbildung-Abschlusszertifikat2016Im Rahmen der von der Waage Hannover/Waage-Institut mit dem Steinberg Institut (SIMK) in Kooperation mit der Hochschule Hannover (ZSW) durchgeführten berufsbegleitenden Mediationsausbildung besteht für die Teilnehmer*innen die Möglichkeit, bei Anfertigung einer von Prof. Trenczek betreuten Abschlussarbeit auch ein Hochschulzertifikat zu erwerben. Am Dienstag dieser Woche erhielten 6 Absolventinnen des Lehrgangs 2015/16 das Hochschulzertifikat für den erfolgreichen Abschluss der Ausbildung. Die Ausbildung fand an insgesamt 15 Wochenenden (Freitagen und Samstagen) sowie in Hospitationen, Intervisionen und Supervisionen statt (insgesamt 220 Stunden). Der erfolgreiche Abschluss wurde mit Übergabe der Zertifikate gefeiert. Das Foto zeigt von rechts Anja Moch, Silke Schnell, Sabine Dörfel und Ausbildungsleiter Prof. Dr. iur. Thomas Trenczek (verhindert waren Wiebke Klose, Christiane Mayer und Anja Windmöller).

Interkulturelle Kompetenz in der Mediation

Konfliktmanagementkongress 2016 – Die Waage Hannover präsentiert das Projekt Interkulturelle Kompetenz in der Mediation

Von Sabine Dörfel

Teammitglieder der Waage auf dem KMK 2016

„Was können Mediatoren in die derzeitige Situation der sogenannten Flüchtlingskrise einbringen?“, lautete eine der zentralen Fragen, mit denen sich der Konfliktmanagement-Kongress am 16./17. September in Hannover beschäftigte.

Justizministerin Niewisch-Lennartz und der Vors. der Waage Hannover Prof. Trenczek

Niedersachsens Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz betonte bei der Begrüßung, dass es von herausragender Bedeutung für den Zusammenhalt der Gesellschaft sei, die Herausforderungen durch Migration und Integration zu meistern. „Mediative Kompetenzen können bei der Bewältigung der Konflikte helfen, aber auch bei der Gestaltung der Rahmenbedingungen für eine gelingende Integration“, sagte Antje Niewisch-Lennartz, die selbst ausgebildete Mediatorin ist. Sie verwies dabei auf eine vorbildhafte Initiative des hannoverschen Vereins Waage, der in dem Projekt „Interkulturelle Kompetenz“ Menschen mit Migrationshintergrund zu Mediatoren ausbildet und beschäftigt. Ziel des Projektes sei, Konfliktparteien mit Migrationshintergrund ein Mediationsangebot in ihrer Muttersprache zu machen, sagte Projektleiterin Dorothee Wahner, die bei dem Kongress über das Projekt informierte. In dem 2011 initiierten, von der Klosterkammer Hannover geförderten Stipendiaten-Projekt sind zurzeit acht teilweise noch in Ausbildung befindliche Mediatoren tätig, die einen arabischen, lettischen, persischen, polnischen, serbo-kroatischen, tamilischen oder türkischen Migrationshintergrund haben. Sie arbeiten ehrenamtlich als Co-Mediatoren, übersetzen bei Mediations-Gesprächen, unterstützen die Waage bei der Netzwerk-Arbeit oder repräsentieren den Verein als Multiplikatoren in kommunalen Gremien.

Waage Hannover Team Interkulturelle Kompetenz auf dem KMK 2016

Waage Hannover Team Interkulturelle Kompetenz auf dem KMK 2016 (v.li.: Nuray Albayrak-Karaköse, Nadia Kurtul, Rajiny Kumaraiah, Dorothee Wahner, Kasia Blin-Silogava; es fehlen: Liljana Bünger, Walid Kherfani, Iveta Thamm, Neda Paydar)

„Konflikte sind emotionale Angelegenheiten, häufig auch ‚Herzens-angelegenheiten‘“, erläuterte Wahner. „Deshalb ist es von großem Vorteil, wenn die Medianten darüber in ihrer Muttersprache reden können.“ Auch Machtverhältnisse könnten bei einer Mediation mit muttersprachlichen Mediatoren ausgeglichen werden. „Migranten sind in unserer Gesellschaft in der Minderheit. Es fördert den Mediationsprozess, wenn sie sich bei einer Konfliktschlichtung nichtausschließlich Vertretern der Mehrheitsgesellschaft gegenübersehen“, fügte Wahner hinzu.

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Deutschen Engagementpreises 2016 – Stimmen Sie mit ab für die Waage!

Projekt „Interkulturelle Kompetenz“ der Waage Hannover

Wir sind im Rennen um den Publikumspreis des Deutschen Engagementpreises 2016!
Bis zum 31. Oktober können Sie für uns abstimmen. Mit Ihrer Unterstützung haben wir die Chance auf den mit 10.000 Euro dotierten Publikumspreis und auf einen Platz in einem kostenfreien Weiterbildungsseminar in Berlin. Unterstützen Sie unsere Arbeit und unser Projekt, indem Sie sich 2 Minuten Zeit nehmen.

Zur Abstimmung geht’s hier → Projekt „Interkulturelle Kompetenz“ der Waage Hannover

Bitte denken Sie daran, anschließend den Ihnen zugesandten EMail-Link zu bestätigen damit Ihre Stimme zählt.

Vielen Dank!