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Abschluss des Projekts „Integration und Konfliktvermittlung“ – Präsident der Klosterkammer besucht die Waage Hannover e.V.

Klosterkammer-Präsident Hans-Christian Biallas war am Dienstag, 06.02.2018 zu Gast in der Waage Hannover, um im Rahmen einer Feierstunde den Abschlussbericht für das Projekt Interkulturelle Kompetenz in der Mediation entgegenzunehmen.

Als wesentliches Ziel dieses Projektes sollen Konfliktparteien die Möglichkeit erhalten, Konflikte in ihrer Muttersprache und mit Verständnis des kulturellen Hintergrundes außerhalb des Gerichts beizulegen. Dafür wurden innerhalb der letzten 5 Jahre zehn Personen mit Migrationshintergrund durch die Waage Hannover fachgerecht zu Mediatoren ausgebildet, die Kosten von insgesamt 45.000 Euro übernahm die Klosterkammer Hannover. Acht der Stipendiaten waren bei der Feierstunde anwesend und schilderten ihre persönlichen Erfahrungen: Übereinstimmend erklärten sie, dass der Schlüssel für die Beilegung von Konflikten, auch zwischen verschiedenen Kulturen, ist, miteinander ins Gespräch zu kommen.

Große Anerkennung hat das Projekt durch die Verleihung des Niedersachsenpreises „Unbezahlbar und freiwillig“ 2015 erfahren und alle Beteiligte motiviert, sich weiter für dieses gesellschaftlich relevante Thema, nämlich „Konfliktklärung auf Augenhöhe“ zu engagieren.
„Es geht nicht nur darum, wie wir als Gesellschaft mit Menschen unterschiedlichster Kulturen miteinander leben wollen, sondern vielmehr, wie wir in Konflikten miteinander umgehen können und wollen“, sagte der erste Vorsitzende der Waage Professor Dr. Thomas Trenczek. „Unser Projekt gibt genau für diese Frage eine passende Antwort. Großer Dank gebührt der Klosterkammer Hannover, die das Projekt durch die Finanzierung ermöglicht hat.“

„Die durch Flüchtlingsbewegungen beeinflussten gesellschaftlichen Veränderungen der vergangenen Jahre bestätigen die Relevanz des Waage-Projektes. Interkulturelle Kompetenz ist wichtig in der heutigen Gesellschaft, die mehr denn je auf das bürgerschaftliche Engagement ihrer Mitglieder angewiesen ist. Unsere Unterstützung gilt der langjährigen Verpflichtung der Stipendiaten zum ehrenamtlichen Engagement innerhalb der Waage“, sagte Hans-Christian Biallas, Präsident der Klosterkammer Hannover.

 

Bericht in der NP Nr. 51 vom 01.03.2018 – S. 18: Streit schlichten aber nicht nur auf Deutsch-Waage Hannover-NP 2018-03-01-S18

Veränderungen im Beirat der Waage Hannover

Nach der Konstituierung des neuen Niedersaächsischen Landtages haben sich einige Veränderungen im Beirat der Waage ergeben.

Wir danken den bisherigen Beiratsmitgliedern Herrn Marco Brunotte, Herrn Dirk Toeppfer und Herrn Belit Onay für das im Beirat für die Waage geleistete Engagement. Neu im Beirat sind nun

  • MDL (Grüne) Helge Limburg, Jurist, Parl. Geschäftsführer, stellv. Fraktionsvorsitzender der LT-Fraktion der Grünen, Sprecher für Rechts- und Verfassungsfragen & Verfassungsschutz
  • MdL (SPD) Dr.med. Thela Wernstedt, Oberärztin für Palliativmedizin an der MHH, Mitglied im LT-Ausschuss für Wissenschaft und Kultur sowie im LT-Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung
  • MDL (CDU) Mareike Wulf, Dipl. Sozialwiss., seit 2009 Mitarbeiterin, seit 2017 Geschäftsführerin des Unternehmerverbände Niedersachsen e.V.

Den Vorsitz im Beirat hat Herr (LOStA a.A.) Manfred Wendt. Zu den weiteren Beiratsmitgliedern siehe  → Beirat der Waage Hannover

Wir freuen uns über die engagierte Zusammenarbeit!

Mediationsausbildung erfolgreich mit Hochschulzertifikat beendet

Im Rahmen der von der Waage in Kooperation mit der Hochschule Hannover (ZSW) und dem Steinberg Institut (SIMK) durchgeführten berufsbegleitenden Mediationsausbildung können die Teilnehmerinnen bei Anfertigung einer wissenschaftlichen Abschlussarbeit zusätzlich zur normalen Ausbildungsbescheinigung auch ein Hochschulzertifikat erwerben. Am Freitag letzter Woche erhielten 3 Absolventinnen des Lehrgangs 2016/17 ihr Hochschulzertifikat. Die Ausbildung fand an insgesamt 15 Wochenenden (Freitagen und Samstagen) sowie in Hospitationen, Intervisionen und Supervisionen statt (insgesamt 220 Stunden). Die Themenvielfalt und Qualität der Arbeiten war wieder beeindruckend, z.B.

  • Wirtschaftsmediation bei der Arbeitsmarktintegration von Migranten
  • Rolle der Mediation im Feld Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit
  • Mediation bei Gewalt in Pflegebetrieben

Der erfolgreiche Abschluss der Ausbildung wurde mit Übergabe der Hochschul-Zertifikate bescheinigt. Das Foto zeigt von rechts Andreas Schmitz, Bianca Engelmann, RAin Hedda von Berg und Ausbildungsleiter Prof. Dr. iur. Thomas Trenczek.

„Liebe hilft gegen Gewalt“ – Professor Christian Pfeiffer im Rahmen des „Salonfestival“ zu Gast bei der Waage Hannover

Erziehung und Partnerschaft ohne Gewalt: Familien in Deutschland sind diesem Ideal deutlich näher gekommen. „Seit knapp zwei Jahrzehnten beobachten wir einen starken Rückgang häuslicher Gewalt“, sagte Professor Christian Pfeiffer jetzt beim Salonfestival in der Waage. Dies betreffe sowohl die körperliche als auch die sexuelle Gewalt, in beiden Bereichen seien jedoch nach wie vor Kinder und Frauen die Hauptopfer. Der Kriminologe sprach im Rahmen der bundesweiten Reihe „Salonfestival“, Gastgeber war die Waage, der hannoversche Verein für Mediation und Konfliktschlichtung. Als Vereinsvorsitzender begrüßte Professor Thomas Trenczek den Gast im „heimischen Wohnzimmer“, denn Christian Pfeiffer hatte 1992 zu den sieben Gründungsmitgliedern der Waage gehört.

Sein Vortragsthema „Die Gewalt in der Familie – Wege aus der Gewaltspirale

Auswirkungen, Entwicklungstrends und Perspektiven“ untermauerte Pfeiffer mit beeindruckenden Zahlen: Zwischen 1992 und 2011 sei ein Rückgang häuslicher Gewalt um fast die Hälfte zu beobachten. 95 Prozent der Täter seien nach wie vor Männer. „Schwere Gewalt ist eindeutig männliche Gewalt“, fasste Pfeiffer zusammen. Entgegen diesem Trend habe allerdings die außerfamiliäre Gewalt nicht im gleichen Maße ab- (und insofern relativ zu-)genommen, der starke Rückgang innerfamiliärer Gewalt sei aber Hauptursache der seit Jahren anhaltenden Tendenz zum Rückgang der Gewaltkriminalität insgesamt. Als Gründe für den Rückgang der häuslichen Gewalt sieht der Professor die 1998 erfolgte Einführung des Straftatbestandes Gewalt in der Ehe sowie das im Jahr 2000 beschlossene Gesetz zum Verbot elterlicher Züchtigung. Die gesellschaftlichen und parlamentarischen Diskussionen rund um das Thema elterliche Gewalt seien ein wichtiger Motor der veränderten Einstellung zum Thema familiäre Gewalt gewesen, blickte Pfeiffer zurück. Mehr lesen »

Neuer Geschäftsführer der Waage Hannover e.V.

Leider musste unser bisheriger Geschäftsführer Klaus Ciernioch im August seine Aufgaben als Geschäftsführer der Waage Hannover aus persönlichen Gründen beenden. Zum 1.10.2017 hat der Vorstand Herrn Antoine Brossier zum neuen Geschäftsführer der Waage Hannover e.V. berufen.

Herr Brossier ist von Beruf Dipl.-Kfm. (BWL) mit Schwerpunkt Marketing und Unternehmensführung und (nach den Standards der Bundesverbände BM/BMWA) ausgebildeter Mediator. Er war mehr als 25 Jahre im Management internationaler Unternehmen tätig und hat bis Anfang 2017 Lobby- und Beratungsaufgaben in Brüssel wahrgenommen, seit 2015 auch freiberuflich in eigener Consultingfirma. Zuletzt war er bis Sept. 2017 Verwaltungsleiter/Head of Office der Föderalistischen Union Europäischer Nationalitäten, einer not-for-profit Organisation mit Sitz in Flensburg. Herr Brossier ist als Vertreter des Vorstands Ansprechpartner in allen Angelegenheiten der Waage.
Wir freuen uns sehr, mit Antoine Brossier einen solch kompetenten, erfahrenen und engagierten Geschäftsführen gefunden zu haben, begrüßen ihn herzlich und wünschen ihm und uns viel Erfolg bei seiner Tätigkeit.

Vertiefung Interkulturelle Kompetenz in der Mediation

Am 15.08.2017 fand in der Waage Hannover die Weiterbildung „Vertiefung Interkulturelle Kompetenz in der Mediation“ statt, für die wir die international bekannte Mediatorin & Ausbilderin PD Dr. habil. Claude-Hélène Mayer, PhD,als Referentin gewinnen konnten. Der Workshop richtete sich an Mediator*innen, die bereits interkulturell fortgebildet oder inter-/trans-/multikulturell aufgewachsen sind und/oder langjährig in interkulturellen Teams arbeiten.
Der Workshop war methodisch vielfältig aufgebaut und bezog theoretische Inputs, Diskussionen, Reflektionen, Fallbeispiele, Übungen und kleine Simulationen mit ein. Inhaltlich wurden vertiefende Aspekte der interkulturellen Kompetenz im Kontext von Mediation, wie die Arbeit mit kulturellen Dimensionen, die Entwicklung der (trans-)kulturellen Identität im Mediationskontext, die Gestaltung von transkulturellen Selbst- und Fremderfahrungen, die Frage nach gelungenen Konstruktionen interkultureller Mediationen etc. erörtert. Zudem wurde auch der Blick auf die interkulturelle Kompetenz und die kulturbezogenen Dynamiken im Team geworfen und die Frage interkulturell kompetenter Führung in Team und Mediation aufgeworfen.
Interkulturelle Kompetenzen wurden auf kognitiver, verhaltensorientierter und affektiver Ebene diskutiert, theoretisch erläutert und in Übungen praktisch erfahrbar gemacht. In dem Workshop wurde dabei die affektive Auseinandersetzung verstärkt einbezogen, die eine Reflexion und psycho-emotionale Persönlichkeitsarbeit im Sinne der interkulturellen Kompetenz auf tieferer Ebene ermöglicht. Dabei ging es u.a. auch um die Arbeit mit Stereotypen und Vorurteilen, Licht und Schatten in der interkulturellen Arbeit. Modelle interkultureller Mediation sowie deren Transfer bzw. Implementation in die hiesige Alltagspraxis wurden betrachtet und ihre Herausforderungen erläutert; Gesprächsführung, -techniken und Haltung wurden thematisiert werden. Eigene Erfahrungen aus interkulturellen Mediationen dienten als Beispiele und wurden praktisch bearbeitet.