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PROTECT – Exchanging good practices on restorative justice and promoting the victims´ rights protection

Das Europa-Projekt der Waage entwickelt sich gut

Die Waage ist seit 2020 an dem durch EU Erasmus+ finanzierten Projekt „PROTECT“ beteiligt. Das dreijährige Projekt wird, in Kooperation mit sieben Universitäten und Organisationen in Europa, im Rahmen der EU-Direktive 2012/29 durchgeführt.
Ziel ist der internationale Austausch bewährter Verfahren im Bereich `Restorative Justice ́ zum Schutz der Rechte der Opfer sowie die Entwicklung gemeinsamer Ausbildungsmethoden und Schulungsinstrumente.
Am 13.04.2021 fand die zweite Sitzung des Projektteams, coronabedingt per Zoom (und nicht wie ursprünglich geplant in Präsenz in Hannover) statt. Die 15 Beteiligten aus verschiedenen europäischen Ländern legten das Trainingsprogramme und die Kriterien zur Auswahl der Teilnehmer*innen fest.

Zoom Meeting der Projektgruppe PROTECT am 13.4.2021

Trotz Corona entwickelt sich das Projekt wie geplant und das erste 4-tägige Trainingsmodul soll mit Teilnahme der Waage im März 2022 in Portugal stattfinden. Weitere Module werden im September 2022 in Italien und im März 2023 in Spanien organisiert. Die Waage wird in Kooperation mit der Universität Barcelona das 3. Trainingsmodul gestalten. Wir werden darüber weiter berichten.

Mediationsausbildung mit Hospitationen – Grundkurs 2021

Die Ausschreibung für den kommenden (fünfzehnten) Grundkurs der Waage ist ab sofort abrufbar: Grundkurs 2021 – Ausschreibung, Termine, Preise, Anmeldung. Der Kurs hat einen hohen Praxisbezug und basiert auf der langjährigen Erfahrung der Ausbilder*innen sowie der täglichen Arbeit der Waage in verschiedenen Feldern der Mediation (z.B. Familienkonflikt, Paar- und Elternkonflikte, kollegiale Konflikte, Gruppen- und Teamkonflikte, Täter-Opfer-Ausgleich).

 

Verabschiedung der ehrenamtlichen Mediator*innen Gudrun Ladwig-Frankl, Andre Nieter, Harri Kussike, Klaus Borges und Jürgen Rohde

Fast 20 Jahre lang haben sie sich ehrenamtlich bei der Waage engagiert, haben in unzähligen Konfliktfällen vermittelt und Menschen bei der einvernehmlichen Lösung ihrer Konflikte unterstützt. Gudrun Ladwig-Frankl, Andre Nieter und Harri Kussike waren Ehrenamtliche der ersten Stunde, gehörten zu der Gruppe von 12 Personen, mit denen die Waage im Jahr 2002 begann, bürgerschaftliches Engagement in die Praxis zu integrieren. Klaus Borges und Jürgen Rohde kamen wenige Jahre später hinzu. Sie erhielten eine Mediationsausbildung und waren dann in Zweierteams im Täter-Opfer-Ausgleich tätig. Sie haben die Waage durch ihre Kompetenz und Erfahrung, aber auch durch ihren Humor und ihre warmherzige Art bereichert.

Aus Altergründen haben die Fünf ihre Mitarbeit im Jahr 2020 beendet. Sie bleiben der Waage jedoch als Freunde / Freundin und Mitglieder verbunden. Unter Corona-bedingten Abstands- und Hygieneregeln haben wir den Abschied der Kolleg*innen in kleinem Kreis gebührend gefeiert. Jürgen Rohde konnte leider nicht dabei sein.

Im Täter-Opfer-Ausgleich sind bei der Waage derzeit 8 Ehrenamtliche tätig.

Verabschiedung der ehrenamtlichen Mediator*innen Gudrun Ladwig-Frankl, Andre Nieter, Harri Kussike, Klaus Borges und Jürgen Rohde

Hinter den Masken v.l.n.r.: Dorothee Wahner, Harri Kussike, Susanne Rohn, Klaus Borges, Roberta Cifariello, Antoine Brossier, Lutz Netzig, Gudrun Ladwig-Frankl, Andre Nieter

Menschen – Konflikte – Mediation … die Praxis der Waage Hannover

Häufig werden wir gefragt, was wir bei der Waage tun. Mediation? Konfliktschlichtung? Was ist das? Um welche Fälle handelt es sich? Wie werden sie bearbeitet? Es gibt zwar vielfältige Definitionen, Konzeptionen und Beschreibungen, trotzdem kann sich nicht jede*r etwas darunter vorstellen.

Um das theoretische Informationsmaterial zu ergänzen, hat die Waage nun ein → Heft mit (anonymisierten) Fallbeispielen zusammengestellt. Es gibt einen Überblick über die verschiedenen Praxisfelder und Tätigkeitsbereiche des Vereins. Einige Beispiele:

  • Eine Sache der Ehre“ – Täter-Opfer-Ausgleich nach einer Massenschlägerei
  • Das ist zu viel für die Kinder!“ – Mediation bei einem eskalierten Elternkonflikt
  • Was soll ich Lily sagen, wenn sie fragt …?“ – Restorative Justice nach sexuellem Missbrauch
  • Rivalisierende Jugend-Gangs“ – Mediation im Fußball

Ergänzt werden die Fallbeschreibungen durch kurze Portraits von Mediator*innen der Waage.

 

Nach dem Konflikt ist vor dem Konflikt

Unter diesem Titel berichtet die HAZ ausführlich über das Fußball-Projekt, das die Waage mit dem Niedersächsischen Fußballverband (NFV) durchführt. Jens Grützmacher, der Vorsitzende  des NFV-Kreises Region Hannover und Lutz Netzig stellen die Ausgangssituation, einige Beispiele und die gemeinsame Initiative vor. Es geht um gewalttätige Eskalationen beim Amateur- und Jugendfußball. Klar ist: Strafen und Sperren lösen das Problem nicht. Die Streitparteien begegnen sich wieder. Die Waage macht ein Vermittlungsangebot und fördert die Prävention. → zum HAZ-Beitrag

Finanziert wird das Modellprojekt für 2 Jahre von der Niedersächsischen Lotto-Sport-Stiftung. Die Swiss-Life-Stiftung vergibt zudem ein Stipendium für eine Mediationsausbildung an eine/n Bewerber*in mit Migrationshintergrund, der/die das Projekt unterstützen soll.

Lutz Netzig: „Meist sind weitere Personen betroffen, etwa Kinder,die mit ansehen mussten, wie ihre Väter sind prügeln oder Gewalt erfahren.“  

(Weitere Informationen zu dem Projekt -> unter „Projekte und Veranstaltungen: Konfliktmanagement und Gewaltprävention im Fußball“)

Ehrenamtliche Mediator*innen in der Waage Hannover e.V.

Bei der Waage Hannover e.V. sind seit vielen Jahren neben den hauptamtlich beschäftigten auch ehrenamtliche Mediator*innen tätig. Alle haben zunächst eine Mediationsausbildung absolviert. Das Hannovermagazin Stadtkind hat in seiner Novemberausgabe in der Rubrik „Ehrenamtliches Engagement in Hannover“ unsere Kollegin Karin von Schweinitz portraitiert (den Artikel finden Sie unter „Presse und Medien“ oder direkt im → Stadtkind-HannoverMagazin/Menschen). Wir danken ihr und allen anderen in der Waage tätigen Personen für das große Engagement und die gute Zusammenarbeit.